Österreichische Gesellschaft für Sexualpädagogik & Jugendbildung

Werteorientierte, sexualpädagogische PRÄVENTIONSPROJEKTE für Kinder, Jugendliche und Erwachsene

Jugendhilfe

Sexualpädagogisches Jugendprojekt für 13- bis 18- jährige Mädchen und Burschen in sozialpädagogischen Wohngemeinschaften lebend

 

„Ich“ – mein Körper – meine Grenze

 

Vorwort:

Wenn der Zugang zu Sexualität durch Beziehungsabbrüche, Nähe- und Distanzkonflikte sowie sexuelle Gewalterfahrungen geprägt ist, dann zeigen Jugendliche oft einen problematischen Umgang mit Beziehungen. Aufgrund des fehlenden Urvertrauens neigen sie zu einer eine getrübten Selbstwahrnehmung und mangelndem Vertrauen. Die Selbstverständlichkeit, die Natürlichkeit der Lust und der Zugang zur eigenen positiven Sexualität und zum Körper werden dadurch erschwert.

Aufgrund dieser Störfaktoren zeigen Jugendliche in Einrichtungen der Jugendhilfe oftmals ein nicht altersadäquates Sexualverhalten. Ihre Beziehungen sind häufig von sexualisierter Gewalt geprägt, sei es in der Rolle des Opfers oder des Täters/ der Täterin.

 

Ziele:

Mein/ Unser Ziel ist die Vermittlung des erforderlichen Sachwissens unter Berücksichtigung der individuellen Biographie sowie von sozialen und emotionalen Aspekten. Das Bewusst-machen der persönlichen Verantwortung, der Körperwahrnehmung und Selbstkompetenz.

Wir vermitteln Selbstkompetenz mit Wertschätzung und Respekt gegenüber der Biographie des Individuums.

Folgende Themenbereiche sind wichtig:

  • Erkennen, dass “Ich“ mit allen individuellen seelischen, geistigen und körperlichen Aspekten wertvoll bin.
  • Das „Du“ und das „Wir“ mit den Punkten der Kommunikation, der Beziehung und des Respektes.

Das  Projekt wird von professionellen, erfahrenen Referent*innen geleitet. Durch eine respektvolle und wertschätzende Haltung wird auf die Themen der jungen Erwachsenen eingegangen.

Die Beziehungsebene ist im Betreuungsalltag eine der wichtigsten Komponenten, jedoch wird es oft von Jugendlichen als unangenehm empfunden mit einer vertrauten Bezugsperson über das Thema der Sexualität tiefgreifend zu sprechen.

 

Themen und Inhalte:

  • Stärkung des Selbstbewusstsein
  • Pubertät „Achterbahn der Veränderung“
  • Hormone – Warum verändern Hormone meinen Körper?
  • Medizinische Fakten
  • Körperwahrnehmung – Was hat das mit Sexualität zu tun?
  • Was ist Beziehung?
  • Sensibilisierung der Kommunikation – Die „Macht“ der Sprache
  • Gewalt und Macht in Bezug auf Sexualität
  • Verhütungsmethoden
  • „Safer Sex“ – Warum sollte ich das tun? Mir passiert doch nichts!
  • Ungewollte Schwangerschaft – Was tun?
  • Pornos und Medien – Der richtige Ratgeber?
  • Was bedeutet guter Sex?
  • Jugendliche mit Migrationshintergrund – „Konflikt: Religion und Sexualität“
  • Rechtsfragen – Wohin kann ich mich wenden?
  • Beantwortung nie gestellter Fragen (Anonym)

 

Wann ist der richtige Zeitpunkt ein professionelles Team zu kontaktieren?

  • Sexualität ist zum „Thema“ geworden
  • Ihre Jugendlichen befinden sich gerade in der Pubertät
  • Wenn es in Ihren Gruppen zu sexuellen Grenzüberschreitungen kommt, z.B. gegenseitiges „Begrapschen“
  • Extremes sexuelles Verhalten
  • Verbale Provokation mit sexuellen Inhalten
  • Sexuelle Gewalt/ Übergriffe
  • Distanzlosigkeit/ Beziehungslosigkeit in Bezug auf Sexualität
  • Pornographisches Sexualverhalten (Nachstellen von Sexszenen, verstärkter Konsum von Pornofilmen)
  • Sie wissen nicht, wie Sie die Thematik der Sexualität in ihren Alltag einbringen können?
  • Sie möchten Ihren Jugendlichen ein professionelles fachliches Wissen anbieten?

 

Rahmenbedingungen:

  • 1-2 halbe Tage (jeweils 6 Stunden + Pause)
  • Das Projekt ist kostenpflichtig.

 

Der Workshop bietet sowohl durch vielfältige pädagogische Angebote wie Gruppenarbeiten und Gruppenspiele als auch durch Einzelarbeit und Einzelgespräche die Möglichkeit einer fachlichen Kommunikation über Fragen und Themenbereiche der Sexualität. Er fördert die Entwicklung einer körperbewussten Wahrnehmung  durch Vermittlung und Schulung der Selbstwahrnehmung.

Text und Konzept: Claudia Höchtl